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Wenn aus einem Jahr Wein wird…

Wenn aus einem Jahr WEIN wird…

Die Weinlese 2026 ist geschafft. Vom 2. bis 13. September haben wir unsere Trauben eingebracht – elf intensive Tage, in denen sich ein ganzes Jahr Arbeit im Weinberg verdichtet hat. So schnell wie in diesem Jahr haben wir noch nie gelesen.

Hinter uns liegt ein außergewöhnlich warmer Sommer. Umso schöner war es zu erleben, wie gut unsere Weinberge durch diese anspruchsvolle Zeit gekommen sind und uns zur Lese mit gesundem, reifem und aromatischem Lesegut beschenkt haben. Die Trauben brachten eine schöne Reife mit und zugleich jene lebendige Frische, die uns für den neuen Jahrgang besonders hoffnungsvoll stimmt.

Doch eine gute Weinlese beginnt nicht erst im September. Sie beginnt viel früher – mit jedem Handgriff im Weinberg, mit der Pflege der Reben und mit dem Blick auf den Boden, der unsere wichtigste Grundlage ist. Gerade in einem heißen Sommer wird spürbar, wie entscheidend es ist, den Weinberg über das gesamte Jahr aufmerksam zu begleiten.

Viel Zeit und Sorgfalt haben wir deshalb auch in diesem Jahr unseren Böden gewidmet. Begrünungen wurden gepflegt und angepasst, der Boden behutsam bearbeitet und die Reben während ihrer gesamten Entwicklung immer wieder kontrolliert und begleitet. Es sind viele kleine Entscheidungen und unzählige Handgriffe, die am Ende zusammenwirken. Sie helfen dabei, dass die Reben auch unter herausfordernden Bedingungen im Gleichgewicht bleiben und ihre Trauben zur richtigen Zeit zur Reife bringen können.

Nun ist die Arbeit im Weinberg für dieses Jahr getan. Alle Trauben sind im Keller, die Moste gären und die ersten Weine beginnen bereits, ihre eigene Persönlichkeit zu zeigen. Für uns beginnt damit eine andere, leisere Form der Arbeit: beobachten, verkosten, begleiten – und manchmal auch einfach Geduld haben.

Denn noch ist es viel zu früh, dem Jahrgang 2026 ein endgültiges Gesicht geben zu wollen. Wein braucht Zeit, um sich zu entwickeln. Die ersten Eindrücke aber machen uns große Freude. Gesundes Lesegut, eine schöne Reife und eine frische, lebendige Säure bilden eine wunderbare Grundlage.

Jetzt heißt es, dem neuen Jahrgang zuzuhören und ihm den Raum zu geben, den er braucht.

Vielleicht ist genau das einer der schönsten Momente im Winzerjahr: Wenn nach Monaten voller Arbeit plötzlich Ruhe einkehrt – und man ahnt, dass aus all dem, was draußen im Weinberg gewachsen ist, im Keller etwas ganz Eigenes entstehen wird.

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